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Kotfarbe beim Hund:Was schwarzer, roter oder gelber Kot verrät

von Christine Nussbaum, integrative Tiertherapeutin23. Oktober 2026ca. 4 Min. Lesezeit
Hund schnuppert auf einer Wiese am Wegrand

Die meisten von uns schauen den Kot ihres Hundes sowieso ziemlich genau an. Gut so, denn er kann einiges verraten. Die Frage ist nur: Ist es etwas, das man länger anschauen muss, oder ist es normal?

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Der NormalzustandSo sieht normaler Kot aus

Normal ist schokobrauner bis mittelbrauner Kot, der geformt ist und nicht nass oder feucht.

Das Futter spielt mit. Bei BARF mit roher Leber kann der Kot dunkler werden. Und eine Kundin von mir füttert ein Futter, das komplett gelb aussieht. Da ist der Kot zum Teil deutlich heller als normal. Schau also immer zuerst, was im Napf war.

Auf einen BlickDie Farben im Überblick

Schwarz, teerartigBlut aus Magen oder Dünndarm, das durch die Magensäure schwarz wird. Möglich sind ein Magengeschwür, innere Blutungen oder eine Vergiftung. Harmlos dagegen: rohe Leber, Blutpulver oder Aktivkohle.
Hellrot, frisches BlutDas Blut kommt aus Dickdarm oder Enddarm und ist noch nicht verdaut. Möglich sind eine Dickdarmentzündung, Parasiten oder entzündete, geplatzte Analdrüsen.
Grau, lehmfarbenDie Galle gelangt nicht in den Darm. Möglich sind ein Gallengangverschluss, eine Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankung. Oft glänzt der Kot zusätzlich fettig.
Gelb, orangeBilirubin wird zu wenig abgebaut, die Darmpassage ist zu schnell oder die Gallenproduktion gestört. Auch Giardien sind möglich. Harmlos: Karotten, Kürbis, Süsskartoffeln, Randen.
GrünMeist Gras, grünes Gemüse oder Futterzusätze. Oder der Hund hat irgendeinen Schwachsinn gefressen.
Weiss, sehr hellKrümelig und trocken: oft zu viel Knochen. Weich und glänzend: ein Fettstuhl. Dann Bauchspeicheldrüse und Galle prüfen lassen.

Schwarz: erst mal ruhig bleiben

Hat dein Hund einmal dunklen Kot, geht es ihm sonst gut, ist er nicht apathisch und du siehst keinen Schmerzblick, ist das noch kein Grund für einen Nervenzusammenbruch. Es muss wirklich schwarz und teerartig sein. Ist die Ursache unbekannt und verändert sich das Befinden, gehört der Hund zum Tierarzt.

Rot: nicht mit Gemüse verwechseln

Viel Süsskartoffel, Randen oder Karotten färben den Kot eher orange, nicht wirklich rot. Siehst du dagegen, dass es frisches Blut ist, und kommt das mehr als einmal vor, würde ich zum Tierarzt.

Grau, grün, weiss: oft hausgemacht

Selbst erlebt

Grau-lehmfarbenen Kot hatte ich selbst schon. Eine Freundin hatte mir gefrorene Knochen von ihrem BARF gegeben, und ich habe kleine Stückchen davon gefüttert. Der Kot sah danach aus wie ein Lehmstein, der bröckelt: hellbraun, krümelig, ganz trocken.

Grünen Kot habe ich bisher nur ein einziges Mal gesehen. Da hatte der Hund Kreide gefressen.

Sieht der Kot aber so aus, ohne dass du etwas Besonderes gegeben hast, solltest du genauer hinschauen. Ehrlich gesagt ist grau-lehmfarbener Kot dann meistens nicht das einzige Symptom. Ein Symptom kommt selten allein.

Ist der Kot länger grün, schau dir an, warum dein Hund so viel Gras frisst, falls er das tut, oder was du zufütterst. Orangen Kot finde ich nicht den kritischsten. Hellerer Kot kommt oft vor. Hält es aber länger an, würde ich das Futter überprüfen oder den Kot untersuchen lassen.

Kein Grund zur PanikEin Wort zu Giardien

Giardien zeigen sich oft schubweise: Der Kot ist mal weich, mal fest, und der Hund ist sehr müde. Ich kenne ganz viele Hunde mit Giardien, die müde sind.

Giardien sind kein Grund, in Panik zu geraten. Man liest oft, man müsse den ganzen Haushalt und den Garten klinisch reinigen. Aus meiner Erfahrung mit Pflegehunden, eigenen Hunden aus dem Tierschutz und diversen Giardien-Hunden kann ich sagen: Ich hatte noch nie einen Hund mit einem gesunden Immunsystem, der sich angesteckt hat.

Gutes Immunsystem, keine Giardien.

Giardien werden meist dann zum Problem, wenn das Immunsystem nicht mitspielt. Mach also keine Doktorarbeit daraus, sondern lass dich beraten, wie du es behandeln kannst. Auch alternativ geht das sehr gut.

Das WichtigsteWann zum Tierarzt?

Die Kotfarbe allein ist kein Diagnosekriterium. Wenn mit dem Kot etwas nicht stimmt, schaut man zuerst, ob die Verdauungsorgane ihren Job machen: Magen, Darm, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse. Das findet man über Blutwerte oder eine Kotprobe heraus.

Und du hast bei deinem eigenen Hund meistens ein sehr gutes Bauchgefühl. Wenn du merkst, dass etwas nicht stimmt, nimm es ernst.

Wann sofort zum Tierarzt?

Abklären lassen

  • Richtig schwarzer, teerartiger oder roter Kot, der mehr als einmal vorkommt.
  • Dunkler Kot zusammen mit Apathie, Schmerzblick oder verändertem Befinden.
  • Eine auffällige Farbe, die zwei, drei Tage anhält und nicht vom Futter kommt.

Mach ein Foto und dokumentiere es. Denn sobald Blut im Spiel ist, muss man abklären, woher es kommt.

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Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei akuten Beschwerden wende dich an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

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