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Krampfanfall beim Hund:Was passiert und wann es ein Notfall ist

von Christine Nussbaum, integrative Tiertherapeutin23. Oktober 2026ca. 3 Min. Lesezeitmit Video (3:33)
Titelfolie Krampf, was ist es: besorgte Frau neben einem liegenden grauen Windhund, daneben elektrische Entladung im Gehirn, Aura vorher und postiktale Phase danach

Ein Krampfanfall ist für jeden Hundehalter ein Schock. Du stehst daneben und kannst kaum etwas tun. Ich erkläre dir, was dabei im Gehirn passiert, was du im Moment trotzdem tun kannst und warum für mich jeder Krampf zum Tierarzt gehört.

Lieber schauen statt lesen?Das ganze Video auf YouTube ansehen, 3:33 Minuten

Die GrundlagenWas ist ein Krampf?

Ein Krampf ist eine unkontrollierte elektrische Entladung im Gehirn. Er gehört immer in den Bereich Neurologie, also zu den Nerven. Ein Krampf kann auf Epilepsie hinweisen. Muss er aber nicht.

Die Aura vorher

Viele Hunde haben vor dem eigentlichen Anfall eine sogenannte Aura. Sie werden unruhig, suchen deine Nähe, wirken seltsam, komisch oder ängstlich.

Die Phase danach

Nach dem Anfall kommt die postiktale Phase. Der Hund ist oft desorientiert, schwankt, läuft gegen Dinge, starrt ins Leere, oder die Augen zittern leicht. Das kann Minuten bis Stunden dauern.

Während und nach dem AnfallWas im Moment hilft

  • Andere Hunde fernhalten. Hast du ein Rudel, halte die anderen Hunde immer weg vom krampfenden Hund. Das kann kippen. Das ist mir ganz wichtig.
  • Raum abdunkeln, wenn dein Hund danach so desorientiert ist.
  • Verletzungen vermeiden: Schau, dass nichts herumliegt, in das er hineinlaufen oder an dem er sich verletzen kann.
  • Einen Moment alleine lassen.
Aus meinem Alltag

Meine alte Hündin hatte solche Krämpfe. Sie haben sich auch vorher angedeutet. Ich wollte sie damals stützen und habe mich komplett hilflos gefühlt, weil ich nichts tun konnte.

Woher es kommtMögliche Ursachen

Folie Krampf, was löst es aus: Epilepsie, Vergiftung, Unterzuckerung als häufige Auslöser, Nierenversagen und hohes Fieber, Gehirnbeteiligung möglich
Epilepsie ist nur eine von vielen möglichen Ursachen.
  • Epilepsie
  • Vergiftung: Köder, Medikamente oder Pflanzen, die dein Hund gefressen hat.
  • Unterzuckerung, vor allem bei kleinen, vorerkrankten oder sehr sportlichen Hunden.
  • Nieren- und Leberversagen: Die Gifte können nicht mehr ausreichend abgebaut werden.
  • Hohes Fieber oder Entzündungen im Gehirn, zum Beispiel eine Meningitis oder eine Enzephalitis.
  • Seltener: ein Trauma wie ein Kopftrauma oder eine angeborene Stoffwechselstörung.

Ein einzelner Krampf heisst noch nicht Epilepsie. Die Diagnose gibt es erst nach der Abklärung.

HandelnWann ist ein Krampf ein Notfall?

Übergeordnet gilt für mich: Egal wie oder wo ein Krampf stattfindet, dein Hund gehört zur Abklärung zum Tierarzt. Egal ob der Krampf länger oder kürzer als fünf Minuten dauert. Ist dein Hund noch nicht abgeklärt und angeschaut worden, gehört er zum Tierarzt.

Folie Krampf, Notfall oder nicht: Sofort bei über 5 Minuten, mehreren hintereinander oder erstem Krampf überhaupt. Abklären bei kurz unter 3 Minuten, bekannter Epilepsie und Hund erholt sich. Gibt es nicht: jeder Krampf wird abgeklärt
Ein Grün gibt es nicht. Jeder Krampf wird abgeklärt.

Unterscheiden würde ich nur beim Tempo:

  • Sofort, per gestern: Dein Hund hat über fünf Minuten mehrere Krämpfe hintereinander, und es ist sein erster Krampf überhaupt. Auch wenn es nicht sein erster ist: mehrere Krämpfe über fünf Minuten und er wird nicht mehr richtig ansprechbar. Dann ist es ein Notfall.
  • Zeitnah abklären: Der Krampf ist kurz, unter drei Minuten, vielleicht ist sogar eine Epilepsie bekannt, und dein Hund erholt sich. Dann kannst du in Ruhe einen Termin abmachen. Aber mach ihn zeitnah.
Mein Standpunkt

Warum jeder Krampf abgeklärt gehört

  • Ein Krampf kann etwas zerstören.
  • Es kann eine Epilepsie dahinterstecken.
  • Man sollte genau hinschauen, ob man behandeln muss oder nicht.

Ist das Nervensystem angegriffen, ist es ein Riesenproblem, wenn man es nicht schnell genug behandelt.

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Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei akuten Beschwerden wende dich an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

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