Dass beim Tierarzt Blut genommen und ins Labor geschickt wird, weisst du. Aber was passiert dann genau? Ich nehme dich mit auf den Weg vom Röhrchen bis zum fertigen Befund. Und ich zeige dir, wo das Labor an seine Grenzen kommt.
Lieber schauen statt lesen?Das ganze Video auf YouTube ansehen, 4:51 MinutenSchritt 1Blutabnahme und Röhrchen
Zuerst wird Blut abgenommen. Vielleicht hast du schon gesehen, dass es dafür verschiedene Röhrchen gibt. Jedes hat seinen Zweck. Manche enthalten schon Zusatzstoffe, andere nicht. So erreicht man unterschiedliche Wirkungen, zum Beispiel eine Gerinnungshemmung oder eben keine.

Was Gerinnung bedeutet
Hast du eine Wunde, tritt Blut aus. Dann werfen die Thrombozyten sozusagen ein Netz aus: «Okay, wir müssen das Loch stopfen.» Stell dir vor, du sitzt in einem Schiff mit einem Loch, und Wasser kommt rein. Bei uns ist es umgekehrt, das Blut kommt raus. Damit das Loch zugeht, werden ganz viele Blutzellen gesammelt, bis ein Klumpen das Loch verstopft.
Im einen Röhrchen wollen wir das, im anderen nicht. Ist ein Gerinnungshemmer drin, passiert keine Gerinnung, und die Blutplättchen bleiben erhalten. Im anderen Röhrchen darf das Blut verklumpen, und übrig bleibt die Flüssigkeit mit den anderen Stoffen wie Proteinen.
Schritt 2 und 3aAb ins Labor: Blutzellen zählen
Die Röhrchen werden beschriftet, gekühlt transportiert und meist innerhalb von 24 Stunden verarbeitet. Dann kommt das Röhrchen mit dem Gerinnungshemmer in ein Analysegerät. Die Maschine zählt automatisch alle Zellen.

Das Ergebnis zeigt, wie viele rote Blutkörperchen, weisse Blutkörperchen und Blutplättchen drin sind. Das sind drei unterschiedliche Gruppen. Was sie tun, erkläre ich dir im Artikel über das Blut als Stadt.
Schritt 3bZentrifuge und Organwerte
Das andere Röhrchen wird zentrifugiert, also im Kreis gedreht und geschleudert. Dabei trennt sich das Serum ab, die klare Flüssigkeit. Unten setzt sich der Klumpen aus Blutzellen und Blutplättchen ab.

In diesem hellen Teil schwimmen die Organwerte. Hier werden keine Blutzellen gemessen, die sind ja unten. Hier misst man, was die Organe ins Blut abgeben.

- Kreatinin von der Niere: ein Abfallprodukt aus dem Stoffwechsel. Jedes Mal, wenn du oder dein Hund sich bewegt, verbrennt der Muskel etwas. Wie beim Auto: Du lässt Benzin rein, das Auto läuft, und hinten kommt das Abgas raus.
- ALT und Albumin von der Leber.
- Globuline vom Immunsystem.
Es gibt im Körper immer Müll. Aber man darf nicht alles so nennen, gewisse Dinge werden wieder gebraucht. Und es sind nicht nur diese drei Stoffe, sondern sehr, sehr viele. Man könnte viel mehr messen, als wir überhaupt wissen und denken. Ich fokussiere hier auf das, was mit der Leishmaniose zu tun hat, sonst machen wir den Doktor.
Schritt 4Der Befund entsteht
Zum Schluss sammelt der Computer alle Werte und vergleicht sie mit den Normwerten, also dem Referenzbereich. Dann ist dein Laborbefund fertig. Der Tierarzt bekommt ihn, und du kannst ihn beim Tierarzt verlangen.
WichtigWas das Labor nicht kann
Das Labor kann Stoffe präzise messen und alles automatisch und schnell abliefern. Aber es kann die Werte nicht interpretieren. Es kann nur sagen: Das ist für das Labor normal.

Das Labor kennt deinen Hund nicht. Und es kann keinen Kontext einbeziehen.
Es gibt so viele Blutwerte, und manche muss man im Zusammenhang sehen, also mit einem anderen Wert zusammen, andere einzeln. Genau darum lohnt es sich, deinen Befund zu verstehen.
Der Weg deines Blutbilds
- Verschiedene Röhrchen, weil man für manche Werte die Gerinnung hemmen muss und für andere nicht.
- Im Analysegerät werden rote und weisse Blutkörperchen und Blutplättchen gezählt.
- Im zentrifugierten Serum werden die Organwerte gemessen.
- Der Computer vergleicht mit dem Referenzbereich des Labors.
- Den Befund kannst du beim Tierarzt verlangen.
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Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei akuten Beschwerden wende dich an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.
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