Was macht die Leishmaniose eigentlich im Körper deines Hundes? Der Parasit hat einen ziemlich fiesen Trick: Er versteckt sich genau in den Zellen, die ihn eigentlich unschädlich machen sollten. Und den grössten Schaden richtet am Ende nicht er selbst an, sondern die Abwehr, die nie mehr Feierabend macht.
Lieber schauen statt lesen?Das ganze Video auf YouTube ansehen, 4:43 MinutenDer AnfangDer Trick: Abwehrzellen als Taxi
Alles beginnt mit dem Stich der Sandmücke. Während sie Blut saugt, bringt sie den Parasiten in die Haut des Hundes. Dort trifft er auf die Abwehrzellen. Die wollen eigentlich helfen und fressen den Parasiten, um ihn unschädlich zu machen.
Genau das ist der Trick der Leishmaniose. Der Parasit wird nämlich nicht zerstört, sondern lebt in diesen Abwehrzellen weiter. Er nutzt sie als Versteck, als Taxi und als Brutkasten. Langsam, über Monate oder Jahre, vermehrt er sich darin.

Die Abwehrzellen wandern dorthin, wo das Immunsystem arbeitet: in die Haut, die Milz, die Leber, ins Knochenmark, in die Lymphknoten und zum Teil auch in den Darm. Und sie nehmen ihre blinden Passagiere mit. Deshalb tauchen die Probleme auch genau dort auf.
Die DauerabwehrWo der eigentliche Schaden entsteht
Der Körper merkt, da stimmt etwas nicht, und fährt die Abwehr immer weiter hoch. Das Immunsystem ist ständig aktiv, es entstehen dauerhafte Entzündungen, und es werden sehr viele Abwehrstoffe gebildet. Das siehst du später auch bei den Entzündungswerten im Blut.
Diese Dauerbelastung schadet vor allem den Nieren. Die müssen den ganzen Abfall danach filtern.
Die Leishmaniose zerstört den Körper nicht direkt. Sie bringt das Immunsystem dazu, sich selbst zu überfordern, und damit überlastet sie die Organe.
Ganz wichtigInfiziert heisst nicht erkrankt
Ob ein Hund krank wird, hängt stark an seinem Immunsystem. Ist es stark, kann es den Parasiten kontrollieren, und der Hund bleibt symptomfrei. Ist es geschwächt, zum Beispiel durch Stress, das Alter oder kleinere Infektionen, kann sich der Parasit besser vermehren, und der Hund wird krank.

Das werde ich noch oft wiederholen: Eine Infektion bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung.
- Infiziert heisst: Der Parasit ist im Körper vorhanden.
- Erkrankt heisst: Die Symptome werden sichtbar.
Die OrganeNieren, Leber, Milz und Haut
Die Leishmaniose befällt nicht zufällig bestimmte Organe. Sie zeigt sich dort, wo das Immunsystem besonders aktiv arbeitet und wo der Körper langfristig viel kompensieren muss. Die befallenen Zellen werden ja wie mit einem Taxi genau in diese Organe gebracht.

Auch an Augen und Nase zeigt sich die Leishmaniose: Bindehautentzündungen und Hornhautgeschwüre an den Augen, eine trockene, rissige Nase, die manchmal blutet. Veränderungen an Augen, Nase oder Ohrenspitzen sind oft frühe Warnzeichen. Nicht weil diese Stellen selbst krank sind, sondern weil dort die Abwehr arbeitet. Mehr dazu findest du im Artikel über Hautveränderungen beim Hund.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Parasit versteckt sich in den Abwehrzellen und reist mit ihnen in die Organe.
- Der Schaden kommt vor allem von der Dauerabwehr, nicht vom Parasiten selbst.
- Infiziert ist nicht gleich erkrankt. Ein starkes Immunsystem kann den Parasiten kontrollieren.
- Die Nieren sind die grösste Schwachstelle. Lass die Nierenwerte bei deinem Tierarzt im Blick behalten.
Krusten an Nase, Augen oder Ohrenspitzen? Geh damit zum Tierarzt, bevor du lange wartest.
Mehr Erklärvideos auf YouTube
Abonniere meinen YouTube-Kanal, dann verpasst du kein neues Video. Und wenn du bei deinem Tier nicht weiterkommst, schauen wir es uns gemeinsam an.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei akuten Beschwerden wende dich an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.
← Alle Beiträge
