Schuppen, Krusten, Haarausfall: Die Haut zeigt vieles, und sie zeigt es schnell. Bei einem Hund mit Leishmaniose denkt man dann sofort an die Leishmaniose. Manchmal stimmt das. Manchmal steckt aber Stress, eine Allergie, ein Parasit oder die Schilddrüse dahinter.
Lieber schauen statt lesen?Das ganze Video auf YouTube ansehen, 4:49 MinutenDas kennen wir schonTypische Hautbilder bei Leishmaniose
Bei der Leishmaniose sind die typischen Erscheinungsbilder:
- Schuppen und Krusten
- Hyperkeratosen, also Verhornungen, meistens an den Ohrspitzen
- Haarausfall ohne Juckreiz
Warum sich die Leishmaniose gerade an der Haut so gern zeigt, erkläre ich in Wie der Parasit die Abwehrzellen als Taxi nutzt.
Es gibt aber auch Ohrspitzennekrosen, die je nach Rasse vorkommen.
Ich habe zwei Rhodesian Ridgebacks bei mir, die mit ihren Ohrspitzen grosse Probleme haben. Ich gehe davon aus, dass das genetisch ist. Man kann da aber trotzdem etwas tun und dem Immunsystem helfen, damit die Ohrspitzen nicht immer solche Schwierigkeiten machen.
Nicht automatischWenn es nicht die Leishmaniose ist
Eine Hautveränderung muss nicht automatisch von der Grunderkrankung kommen. Ein Hund, der Stress hat, kann ebenfalls Schuppen und Krusten bekommen. Auch Verhornungen gibt es ohne Leishmaniose.
Ein Dackel aus meiner Kundschaft hat an der Schwanzspitze so ein dickes, verhorntes Ding. Es sieht aus wie eine längliche Warze. Das ist einfach eine einzelne Zelle, die beschlossen hat, mehr Keratin zu produzieren als die anderen. Und schon gibt es einen kleinen Boppel.
Die Haut zeigt ganz vieles an, und sie zeigt es relativ schnell. Darum musst du sie immer beobachten. Fass deinen Hund auch wirklich an, fass die Pfoten an, die Liegeschwielen, und schau, ob sich etwas verändert hat. Wie das geht, zeige ich dir in Hund abtasten statt nur streicheln.
UrsachenHäufige Auslöser

Die häufigsten Auslöser sind eine Grunderkrankung, Allergien, Parasiten oder Pilze. Dazu kommen Schilddrüsenprobleme und Sekundärinfektionen.
Primär- und Sekundärinfektion
Ein Kratzer ist das Ursprüngliche, das nennt man die Primärinfektion. Nistet sich danach ein Keim in dieser Wunde ein und breitet sich aus, wird daraus eine Sekundärinfektion.
EinordnenNotfall oder nicht?
Bei der Haut ist das für mich relativ schwierig zu sagen. Es kann auch mal einfach eine Schürfung sein.

Wenn immer mehr Stellen kommen, würde ich bereits einen Abstrich machen und einschicken. Oder einen Abkratzer, das nennt man Hautgeschabsel. Ich finde, das wird viel zu selten gemacht. Ich bin die, die relativ schnell ein Hautgeschabsel einschickt. Damit kannst du viel früher sagen, woher das Problem kommt und was die Ursache ist.
Meine HaltungAbklären statt abwarten
Zeigt sich etwas an der Haut, gehört das abgeklärt. Nicht als Notfall, aber wirklich abgeklärt. Je früher du dran bist, desto schneller kriegst du es in den Griff.
Wenn der Hund irgendwas an der Haut zeigt, gehört der ganze Körper abgeklärt.
Ob beim Tierarzt, beim Tierheilpraktiker oder wo auch immer: Schau dir nicht nur die Stelle an, sondern den ganzen Hund. Mehr dazu, warum nicht alles automatisch die Leishmaniose ist, liest du in Nicht alles ist Leishmaniose.
Bei diesen Zeichen nicht abwarten
- offene Wunden
- eine Stelle, die immer tiefer wird und nach einer Woche nicht besser ist
- Stellen, die sich trotz Behandlung stark verändern
- Hautveränderungen zusammen mit getrübten Augen
Kommen immer mehr Stellen dazu, frag nach einem Hautgeschabsel. Das bringt oft früh Klarheit.
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Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei akuten Beschwerden wende dich an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.
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